Der Bus verabschiedet sich ­čĹő

Unser halbes Jahr mit dem Bus ist nun zuende. Der Bus ist ein journalistisches Experiment, mit dem Ziel, Cottbus von einer anderen Seite zu zeigen. Das hei├čt: Ecken zu beleuchten, die bisher kaum gesehen werden. Menschen vorzustellen, die das Stadtleben pr├Ągen und gestalten. Daf├╝r haben wir dieses Newsletter-Magazin Anfang des Jahres gegr├╝ndet. F├╝r uns als Redaktionsteam war das eine spannende Erfahrung mit vielen neuen Erkenntnissen. 

Bei Lokaljournalismus geht es um mehr als um Informationen aus der Nachbarschaft. Es geht auch um Mitbestimmung im sozialen Nahraum. Daran haben immer mehr Menschen Interesse, egal ob es um Bauprojekte in ihrer Stadt geht oder um das Einkaufsangebot. Das ist gut so und das sichert am Ende die Demokratie. Ein solches journalistisches Angebot kann auf Dauer nur von den Nutzerinnen und Nutzern finanziert werden. Egal, ob sie Abonnenten sind oder Mitglieder einer Community.

Wir sind mit unserem Bus journalistisch neue Wege gefahren. Der Lokaljournalismus ist in der Krise. Immer weniger Menschen lesen Tageszeitungen. Gerade die j├╝ngeren suchen nach neuen Quellen f├╝r gute Informationen und Plattformen f├╝r Debatte. Wir wollten in Cottbus eine Antwort auf die Frage finden, die die Medienbranche seit Jahren besch├Ąftigt: Wie k├Ânnen wir einen neuen Lokaljournalismus etablieren.

Der Bus ist ein Gemeinschaftswerk der Krautreporter mit uns als Team vor Ort, gef├Ârdert durch das Medien-Innovationszentrum Babelsberg. Unsere Idee war ein Produkt f├╝r das junge, innovative Publikum, das Cottbus neu gestalten will. Diese Idee war gut und richtig. Uns ist ein guter Anfang gelungen.

Mit unserem Ansatz konnten wir eine kleine Community vereinen. ├ťber das vergangene halbe Jahr haben fast 400 Abonnenten unsere Geschichten gelesen. Unsere Umfragen zu den Themen, die die Stadt bewegen, hatten bis zu 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. 

Wir sind ├╝berzeugt, dass der Newsletter die Zeitung von morgen ist. Informationen, Analysen und Geschichten, die direkt ins E-Mail-Fach kommen, haben das Zeug, die Nachrichtenwelt zu revolutionieren. Doch den Sprung zu schaffen und ein bezahlter Newsletter zu werden, das ist gar nicht so einfach, das braucht Zeit und Vertrauen. Jede*r F├╝nfte in Deutschland k├Ânnte sich prinzipiell vorstellen, f├╝r einen Newsletter zu bezahlen.

F├╝r uns als Team ist das kein Abschied von Cottbus – im Gegenteil. Wir arbeiten bereits an einem neuen Projekt, dem Neue Lausitz Briefing. Darin widmen wir uns der Frage, wie die Region Lausitz ihren Weg aus der Braunkohle hin zu neuer Wirtschaft und Lebensqualit├Ąt geht.